Josh – Mein Herz gehört dir

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Beschreibung

Shahrukh Khan spielt in dem Bollywood-Bandenkriegsepos Josh – Mein Herz gehört dir eine für ihn eher ungewöhnliche Rolle: Max, den knallharten Anführer einer christlichen Jugendbande.

Mansoor Khans vierte Regiearbeit basiert auf dem sechziger Jahre Klassiker „West Side Story“. Die Geschichte spielt im Jahr 1980 in Goa, einer Region, die erst 1961 vom christlichen Portugal an Indien zurückgegeben wurde und deren Hauptstadt Vasco Town noch heute diese Trennung anzumerken ist. Im Mittelpunkt stehen zwei Jugendbanden: die christlichen „Eagles“, die von Max (Shahrukh Khan) angeführt werden und die hinduistischen „Scorpions“ von Prakash (Sharad Kapoor). Während der Bandenkrieg in vollem Gange ist, taucht Prakashs Bruder Rahul (Chandrachur Singh) auf, der aus dem weit entfernten Bombay stammt und wenig anzufangen weiß, mit den Besonderheiten Goas. Zu allem Überfluss verliebt sich Rahul in Max attraktive Schwester Shirley (Aishwarya Rai). Die Bühne ist bereitet für ein klassisches Drama.

Doch Bollywood wäre nicht Bollywood, wenn selbst ein solch potentiell dramatischer Stoff, nicht doch noch in eine leichtfüssig inszenierte Romeo und Julia Variante münden würde. Und Mansoor Khan hat sicher gut daran getan, umkreist sein Film schließlich mit „King“ Shahrukh Khan und mit Aishwarya Rai, der Miss World aus dem Jahr 1994, zwar durchaus Schauspieler mit extrem hohem Glamourfaktor, die man sich jedoch nur schwerlich in einer vergleichsweise ernsteren Bearbeitung vorstellen kann. Nachdem der zentrale Konflikt, die Liebesgeschichte zwischen Rahul und Shirley, erst einmal etabliert ist, wechseln sich dynamisch inszenierte Erzählsequenzen und wunderbar choreografierte Tanzeinlagen mehr oder minder regelmäßig ab. Diese Struktur passt überraschend gut zu der Thematik und trägt dazu bei, dass man die fehlende Konsequenz bei der Umsetzung der gewalttätigen Bandenkämpfe problemlos hinnimmt.

Als der Film dann jedoch in der zweiten Hälfte auf eine Auflösung zusteuert, verliert die Geschichte leider recht spürbar an Kraft. Auf der anderen Seite bietet Josh gerade für Bollywood Neulinge einen spannenden Einblick in eine vielleicht weniger bekannte Tatsache indischer Filmproduktionen. Die regional bedingte, zeitweise deutlich spürbare Zergliederung des Filmschaffens auf dem indischen Subkontinent, die sich auch visuell in den Filmen niederschlägt. So fühlt sich ein im heißfeuchten Goa gedrehter Film komplett anders an, als etwa eine Geschichte aus Rajasthan oder Punjab. –Thomas Reuthebuch

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